Ein Treffpunkt im Internet von und für Menschen mit Diabetes: Das ist die Blood Sugar Lounge. Auf die beliebte Online-Plattform kommen jeden Monat 28.000 Leser. Für sie schreiben und fotografieren 70 Autoren, die alle selbst Diabetiker sind. Mit Redakteurin Lena Schmidt und Programmleiter Hanno Schorlemmer haben wir über die Diabetes-Community gesprochen.

Frau Schmidt, Herr Schorlemmer, welche Leser kommen in die Blood Sugar Lounge?
Es kommen Leser mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Angehörige und auch Menschen, die Diabetes behandeln. Die Community steht jedem offen, der mit Diabetes zu tun hat – vor allem ist sie für die Betroffenen selbst.

Von welcher Gruppe kommen die meisten?
In der Startphase 2015 hatten wir einen klaren Fokus auf Typ-1-Diabetikern, aber das wandelt sich gerade: Jetzt sind unter den Lesern schon über 30 Prozent Typ-2-Diabetiker. Denn die Beiträge über Ernährung, Sport und auch Insulintherapie betreffen natürlich oft beide Diabetes-Typen.

Was interessiert die Leser am meisten?
Das ganze Leben ist abgedeckt: Wie gehe ich mit Diabetes in der Partnerschaft um, welche Belastung bedeutet es für die Familie, was sind die besten Tipps, um eine Hypo zu bekämpfen bis hin zur Low-Carb-Ernährung.

Betreiber der Lounge ist der Kirchheim Verlag, der seit vielen Jahren das Diabetes-Journal herausgibt. Wie hat sich im Lauf der Zeit der Umgang mit der Erkrankung verändert?
Vor zwanzig Jahren haben wir einen großen Teil der Auflage des Diabetes-Journals noch im Schutzumschlag verschickt. Weil die Menschen nicht wollten, dass der Briefträger oder der Nachbar vom Diabetes erfährt. Heute gehen gerade die jungen Typ-1-Diabetiker viel offener damit um. Sie verstecken den Diabetes nicht mehr, wollen ihn selbst verstehen und sich mit anderen darüber austauschen. Das ist eine ganz andere Herangehensweise als früher.

Für diesen Austausch organisiert die Lounge auch Treffen im echten Leben.
Wir bieten Barcamps an, also Veranstaltungen, deren Programm die Teilnehmer komplett selbst gestalten. Es gibt Autorentreffen und auch mal eine Party. Oft verabreden sich die Mitglieder auch auf eigene Initiative, dafür gibt es in der Lounge die Meet up Funktion.

Kann jeder Diabetiker in der Blood Sugar Lounge Autor werden?
Wer sich bewirbt, durchläuft ein kleines Screening. Wir schauen, wie jemand schreibt, ob er Texte und Bilder ansprechend gestalten oder kleine Videos produzieren kann. Eine Publikationsvereinbarung regelt, dass niemand etwas durch die Hintertür vermarktet – weder für sich selbst noch für die pharmazeutische Industrie.

Wer sucht die Themen aus, über die die Autoren schreiben?
Die Idee der Lounge ist eine Plattform, auf der Diabetiker selbst über ihre Erkrankung publizieren können. Inhaltlich hat die Fachredaktion das Heft des Handelns ganz an die Autoren abgegeben, sie setzen die Themen selbst. Als Betroffene wissen sie am besten, was die Community interessiert.

Besteht eine Konkurrenz zwischen Lounge und ärztlicher Behandlung?
Gibt es Konflikte?
Nicht im Geringsten. Therapieempfehlungen dürfen wir nicht geben, so etwas wie Dosierungen von Medikamenten sind in der Lounge kein Thema. Hier geht es um das pralle Leben mit Diabetes: was mache ich bei der Bewerbung, was beim Sex, beim Tätowieren, beim Essen, beim Sport.

Die Lounge wirkt sehr gutgelaunt, obwohl es dort um eine Erkrankung geht. Werden auch schwere Themen besprochen?
Ja, die Lounge ist lebensbejahend, aber in alle Richtungen offen. An schweren Themen mangelt es nicht, Mobbing und Depression zum Beispiel kehren immer wieder. Und wie Typ-2-Diabetiker in der Gesellschaft angeprangert werden.

In Zeiten von Fake News: Wie verhindern Sie, dass sich in der Lounge Diabetes-Falschmeldungen verbreiten?
Die Fachredaktion unseres Verlags bietet den Autoren ein medizinisches Lektorat an. Jeder Beitrag, der gepostet wird, wird vorher von einer Ärztin gecheckt.

Welche Rückmeldung haben Sie von den Besuchern der Blood Sugar Lounge?
Viele freuen sich, dass das Thema Diabetes endlich offen angesprochen wird. Gerade bei den Treffen hören wir oft, dass die Teilnehmer fühlen: Ich bin nicht allein, es gibt noch andere, die mir helfen und mir Mut geben. Das sind für uns Gänsehautmomente, in denen wir spüren, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Hier geht‘s zur Blood Sugar Lounge

Interview: Dr. Eva Kröner

Foto: Blood Sugar Lounge / Kirchheim Verlag

Ihr Blutdruck steigt, wenn Sie einen weißen Kittel sehen? Sie meiden Vorsorgen und gehen erst zum Arzt, wenn Sie vor Schmerzen kaum laufen können? Damit sind Sie nicht allein, die Angst vor Arztbesuchen ist weit verbreitet. Wir zeigen Ihnen, was Sie dagegen tun können.

Dass Patienten aus Angst Arztbesuche versäumen oder vor sich herschieben, kommt immer wieder vor. Das kann Angst vor unangenehmen Untersuchungen sein, aber auch vor dem Untersuchungsergebnis. Gerade die Sorge, beim Arzt eine schlechte Nachricht zu erhalten, ist weit verbreitet. Das Robert-Koch-Institut vermutet darin den Grund, dass in Deutschland nur 67 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer an Krebsvorsorgen teilnehmen.

Auch bei Diabetes kann Angst den Arztbesuch erschweren. Eine gewisse Anspannung ist vor Arztterminen allerdings normal. Schließlich gehen die wenigsten Menschen gerne zur Untersuchung. Auch Ängste an sich sind eine normale Reaktion des Körpers, die bei einigen Menschen stärker ausgeprägt ist als bei anderen.

Mit übermäßiger Angst vor dem Arztbesuch haben Sie es erst dann zu tun, wenn Sie deshalb nachts nicht schlafen können oder schon Tage vorher an nichts anderes denken. Wer dann sogar den Termin absagt, hat es beim nächsten Versuch vielleicht noch schwerer, weil Vermeidung Ängste steigert und größer macht – ein Teufelskreis, aus dem Sie schleunigst aussteigen sollten. Versuchen Sie es mit diesen Hilfen:

  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin über Ihre Angst, damit er/sie auf Sie eingehen kann.
  • Versuchen Sie, herauszufinden, wovor genau Sie sich fürchten und was dagegen hilft. Unangenehme Untersuchungen können zum Beispiel durch Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose ihren Schrecken verlieren.
  • Manche Menschen bekommen Ängste in den Griff, indem sie sich gut über ihre Erkrankung informieren.
  • Lassen Sie sich von einer vertrauten Person zum Arzt/Ärztin begleiten – das gibt oft Sicherheit.
  • Malen Sie sich aus, wie gut und befreit Sie sich nach dem Termin fühlen werden. Das motiviert. Sie können sich auch eine Belohnung für sich selbst ausdenken – vielleicht eine schöne Unternehmung gleich nach dem Besuch? 
  • „Am Dienstag gehe ich zum Zahnarzt und werde nicht kneifen“ – informieren Sie jemanden in Ihrem Umfeld über geplante Termine und Ihre Angst davor. Vielen fällt das Absagen dann schwerer.
  • Während der Wartezeit in der Praxis sollten Sie sich gut ablenken. Nehmen Sie etwas Spannendes zu Lesen mit oder eine Begleitperson, mit der Sie sich unterhalten können.
  • Warten Sie bei Schmerzen oder anderen Problemen nicht so lange, bis Sie damit beim Notdienst landen – das vertraute Umfeld beim eigenen Arzt/Ärztin gibt Sicherheit und verhindert, dass sich Ihre Angst noch weiter steigert.

Wenn Sie mit diesen Tipps nicht weiterkommen, besteht die Möglichkeit einer therapeutischen Behandlung. Diese kann helfen, wenn die Angst vor dem Arztbesuch für Patienten gar nicht mehr beherrschbar ist und ernsthaft die Gesundheit gefährdet. Welche Psychotherapie die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Verhaltenstherapie ist z.B. bei der Angst vor dem Zahnarzt oft erfolgreich. Bei Menschen, die allgemein sehr ängstlich sind, kann eine tiefenpsychologische Behandlung passend sein. Ihr/e Diabetologe/in oder Hausarzt/ärztin ist für Sie erste/r Ansprechpartner/in, der/die Sie berät und bei Bedarf an die richtige Stelle weiterleitet.

Foto: istockphoto / Catalin205

Eigentlich wissen wir ja, was unserem Körper gut tut. Trotzdem greifen wir viel zu oft zu Fast Food, Chips und Schokolade statt zu Gemüse und Vollkorn. Wie ändert man erfolgreich seine Essgewohnheiten? Wie lange dauert die Umstellung und welche Tricks helfen, wenn es schwierig wird? Darüber sprachen wir mit der Ernährungsberaterin und Sachbuchautorin Doris Fritzsche.

Frau Fritzsche, wer sein Gewicht in den Griff kriegen will, sollte statt einer Crash-Diät lieber seine Ernährung umstellen. Wie lange dauert das eigentlich?

Das geht erfreulich schnell. Eine Umstellung dauert etwa 14 Tage, dann haben Sie sich schon an das neue Geschmacksmuster gewöhnt. Die meisten Leute sind überrascht, wie einfach es ist.

An welchen Stellschrauben muss ich drehen, um mich gesünder zu ernähren?

Weniger Zucker, weniger tierisches Fett, mehr Gemüse, auf Snacks nach Möglichkeit verzichten. Das sind die wichtigsten Stellschrauben. Verarbeitete Fleischwaren wie Wurst, Leberkäse und Thüringer Mett haben eine hohe Lebensmitteldichte, sie werden ersetzt durch mageres Fleisch. Weißmehlprodukte werden ersetzt durch Vollkorn.

Wie gehe ich die Umstellung an?

Das klappt am besten mit einer Beratung. Meine Patienten frage ich, was sie aktuell essen und wie ihr Lebensrhythmus ist, ob sie Schicht arbeiten oder sich um Kinder kümmern. Dazu passend entwickeln wir einen Ernährungsplan. Schwierig ist es, wenn der Partner nicht mitzieht. „Mein Mann isst das nicht, wir kochen jetzt zweimal“ – sowas hält man auf lange Sicht nicht durch. Die Umstellung muss ein Familienkonzept werden.

Was sind die schlechten Essgewohnheiten, die so ungesund sind?

Das Daueressen mit der Schublade am Schreibtisch, aus der ich immer wieder etwas raushole. Viele kleine Snacks, über die man schnell den Überblick verliert. Gesüßte Getränke, die sind vor allem für den Stoffwechsel von Diabetikern problematisch, weil der Zucker mit der Flüssigkeit im Blut sehr schnell anflutet. Ein Problem ist auch, dass Menschen die Energiedichte der Lebensmittel falsch einschätzen. Ein belegtes Brot hat zum Beispiel nicht weniger Kalorien als eine warme Mahlzeit, das wissen viele nicht.

Wie lässt sich das lösen?

Den Energiegehalt kann man schon beim Einkaufen bewerten. Auf der Verpackung steht, wieviel Kalorien pro hundert Gramm ein Lebensmittel enthält. Teilt man den Kalorienwert durch 100, erhält man die Dichte. Wenn sie deutlich über eins liegt, dann ist sie wirklich hoch und das Produkt sollte im Laden bleiben. Der schnelle Bewertungstrick funktioniert allerdings nicht für Getränke.

Ernährungsumstellung schön und gut – ist eine zusätzliche Diät trotzdem sinnvoll, wenn ich sehr viel abnehmen möchte?

Das ist typabhängig. Manche nutzen zum Ausstieg aus schlechten Gewohnheiten gerne etwas Drastisches wie eine Fastenwoche. Das kann zu Beginn einer Diät auch der Motivation helfen. Diabetiker sollten Diät aber grundsätzlich nur im Rahmen einer Beratung machen. Erfolgreich und gut verträglich ist für sie das intermittierende Fasten: 16 Stunden nichts essen, acht Stunden normal essen. Bei diesem Konzept darf man auch mal Pause machen, zum Beispiel am Wochenende.

Wie kann ich mich gesund ernähren, ohne auf guten Geschmack zu verzichten?

Nutzen Sie keine Fertigprodukte, die Geschmacksverstärker enthalten. Guter Geschmack kommt vom Kochen mit echten Lebensmitteln, die man selbst würzt und zubereitet. Gemüse entwickelt viel mehr Aromen, wenn Sie es nicht kochen, sondern in gutem Öl andünsten. Eine Gemüsesuppe schmeckt intensiver, wenn Sie die Brühe erst nach dem Dünsten aufgießen. Das sind die typischen Tricks der Profiköche. Die kann man sich gut aus den Kochsendungen abschauen, die im Fernsehen laufen.

Und wenn es unbedingt mal etwas Süßes sein muss – darf ich das?

Ja, aber verkleinern Sie die Portion. Wenn es zum Beispiel Ihr Ritual ist, zum Tee immer drei Dominosteine zu essen, nehmen Sie nur einen und schneiden Sie ihn in drei Teile. Richten Sie ihn schön auf einem Tellerchen an und essen Sie ganz langsam. So macht es einer meiner Patienten. Solche Tricks sind hilfreich, es gibt dann kein Verbot und trotzdem ein gutes Ergebnis. Verbote sind ja immer schlecht für die Seele.

Doris Fritzsche ist Dipl.-Oecotrophologin und Ernährungstherapeutin in Braunschweig und Wolfenbüttel. Als Autorin hat sie mehrere Sachbücher geschrieben, auch zum Thema Ernährung bei Diabetes.

Interview: Dr. Eva Kröner

Grafik: Eva Schoberth / freepik

Fotos: Doris Fritzsche, istock / Elena Leonova

Perfekt für heiße Sommertage: Bei der Aqua-Fitness kommen Sie nicht ins Schwitzen. Die Bewegung im Wasser stärkt die Muskulatur, verbessert Kraft und Kondition und schont gleichzeitig die Gelenke. Dadurch ist die sanfte Sportart besonders für Menschen mit Typ-2-Diabetes, Übergewicht oder im höheren Alter geeignet.

Fast alle Schwimmbäder haben Wassergymnastik oder Aqua-Fitness im Angebot. Viele bieten ein offenes Training an, das Sie ohne Anmeldung besuchen können. So bleiben Sie ganz flexibel. Oder Sie entscheiden sich für einen mehrstündigen Kurs bei einem festen Trainer, der individuell auf Sie eingeht. Oft lassen sich in festen Gruppen auch nette Kontakte knüpfen, die das Dranbleiben erleichtern.

Bei der Aqua-Fitness sorgt der Wasserwiderstand dafür, dass Sie beim Bewegen Kraft aufwenden müssen. Das stärkt die Muskulatur, trainiert Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Belastet wird der Körper dadurch nicht, denn im Wasser wird Schweres leicht – durch den Auftrieb „wiegt“ jeder Mensch etwa 90 Prozent weniger als an Land. Das gönnt Sehnen, Bändern, Gelenken und der Wirbelsäule, die das Körpergewicht tragen, eine Verschnaufpause.

Oft kommen bei der Aqua-Fitness Übungsgeräte zum Einsatz. Meist sind es Schwimmnudeln, Schwimmbretter oder kleine Gewichte. Aber auch ohne Hilfsmittel lässt sich der Körper im Wasser trainieren. Mit ein bisschen Erfahrung geht das sogar ohne Kurs. Diese drei Übungen können Sie bei jedem Schwimmbadbesuch machen:

Dr-Vera-Lang-wassengymnastik-aqua-jogging

Stellen Sie sich in brusttiefes Wasser und joggen Sie, genauso wie an Land: Heben Sie die Knie und lassen Sie die Arme seitlich schwingen. Das Aqua-Jogging können Sie zum Aufwärmen nutzen, am besten 5 bis 10 Minuten.

Stellen Sie sich mit dem Rücken an den Beckenrand, strecken Sie beide Arme zur Seite aus und halten Sie sich am Rand fest. Heben Sie nun ein Bein, gerade gestreckt, bis auf Hüfthöhe an und schwenken Sie es langsam von links nach rechts. Schwenken Sie es so weit in Richtung Beckenrand, wie Sie können. Wechseln Sie das Bein nach 10 Wiederholungen. Anschließend machen Sie mit jedem Bein noch einen zweiten Durchgang.

Stellen Sie sich mit geschlossenen Füßen ins brusttiefe Wasser, die Arme liegen seitlich am Körper an. Springen Sie in die Höhe und landen Sie mit hüftbreiten Beinen. Die gestreckten Arme führen Sie dabei seitlich nach oben und über dem Kopf zusammen. Kehren Sie mit einem zweiten Sprung zurück in die Ausgangsposition. Wiederholen Sie die Übung 20 Mal.

Natürlich ist Aqua-Fitness nicht nur im Sommer möglich, sondern eine Sportart, die Sie rund ums Jahr ausüben können. Wir wünschen Ihnen viel Spaß im Wasser,

Ihre Dr. Vera Lang


Foto: iStock / sturti
Grafik: Freepik

Die Journalistin Susanne Löw hat mit ihrem Typ-1-Diabetes schon mehr als 50 Länder bereist. Ihre Erfahrungen teilt sie auf ihrem Blog „Zucker im Gepäck“, für den sie den Medienpreis der Deutschen Diabetes Gesellschaft erhielt. Und jetzt gibt es Susannes Löws Reiseberichte auch als Buch. Wir sprachen mit der Hamburger Journalistin über das Reisen mit Diabetes.

Mit Diabetes in die Ferne reisen, Frau Löw, damit kennen Sie sich bestens aus. Worauf kommt es besonders an?

Egal ob fern oder nah, die Herausforderungen sind bei jeder Reise mit Diabetes dieselben. Es geht darum, ausreichend Insulin und Material dabeizuhaben und für den Notfall gerüstet zu sein. Und darum, die Geschichte mit der die Zeitverschiebung zu berücksichtigen.

Seit wann haben Sie Typ-1-Diabetes?

Die Diagnose bekam ich 2002 während des Studiums. Da war ich erstmal für ein paar Tage deprimiert. Aber noch im Krankenhaus las ich in einer Zeitschrift den Reisebericht einer anderen Typ-1-Diabetikerin, der mich sehr motiviert hat. Trotz der Erkrankung reisen und darüber schreiben – genau das wollte ich auch. Viel gereist bin ich schon immer, aber seit ich Diabetes habe, reise ich extremer und weiter. Ich sage mir: jetzt erst recht.

Was war Ihre erste größere Tour nach der Diagnose?

Ich habe ein Semester Auszeit genommen und bin mit einer Freundin durch Spanien gefahren. Damals war ich noch recht unentspannt und hatte alles in vierfacher Ausführung dabei. Ein Notfallset trug auch meine Freundin im Rucksack, das hat sich gleich bewährt, weil mir im Getümmel von Valencia das Messgerät geklaut wurde. Deshalb gebe ich heute immer noch ein Set an meine Begleitung. Wenn ich allein reise, dann bunkere ich – sofern möglich – Vorräte in einer Unterkunft, wenn dieser Ort auch auf meiner späteren Reiseroute liegt.

Und Ihre erste Fernreise mit Diabetes, wohin ging die?

Nach Kanada über Silvester, bei minus 15 Grad Außentemperatur. Wegen der Kälte war ich besorgt um mein Insulin und habe den Pen in der Innentasche der Winterjacke getragen, zusätzlich verpackt in einer kleinen Alutasche. Heute habe ich eine Insulinpumpe und verwende für das Ersatzinsulin Isoliersysteme von FRIO. Die kühlen das Insulin über mehrere Tage, brauchen keinen Strom und bewähren sich auch bei Dschungeltrips, wo es keine Chance auf einen Kühlschrank gibt.

Curry, Sushi, Tortilla: Wie finden Sie in fernen Ländern heraus, was die einheimischen Speisen enthalten?

Gar nicht, ich recherchiere das nicht im Vorfeld. Ob Blinis in Polen oder frittierte grüne Muscheln in Neuseeland – ich probiere einfach mit Mut, Gelassenheit und dem geschulten Augenmaß. Die Kohlenhydrate schätze ich ab und nach ein bis zwei Stunden sehe ich am Blutzucker, ob ich nachspritzen muss. Durch meine Pumpe bin ich bei der Ernährung flexibel, ich kann den Blutzuckerspiegel damit komfortabel korrigieren.

Haben Sie unterwegs schon einmal einen Arzt gebraucht?

Zum Glück nicht, ich konnte alle Probleme ohne Fremdhilfe lösen. In Regionen mit größerer Sprachbarriere, wie China oder Nepal, ist es aber gut, das Wort „Diabetes“ in der Landessprache zu beherrschen. Diabetes kennt man auf der ganzen Welt, aber viel Wissen gibt es darüber nicht überall. Oft wird zum Beispiel Typ 1 und Typ 2 verwechselt. Doch genau wie zuhause ist man als Diabetiker auch unterwegs selbst für den Diabetes verantwortlich. Es handelt sich ja um eine Selbstmanagement-Erkrankung.

Wo war es bisher am schönsten?

In Sri Lanka, da erinnere ich mich gerne an die Currys und das frische Obst, die spektakulären Landschaften mit Plantagen und Bilderbuchstränden, an exotische Tiere und die freundlichen Menschen. Mein Lieblingskontinent ist aber eindeutig Südamerika. Da mag ich Land, Leute und die Mentalität.

Wie transportieren Sie Ihr Insulin im Flugzeug?

Im Handgepäck, da gehe ich auf Nummer sicher. Oft heißt es ja, der Frachtraum der Flugzeuge sei für Insulin ausreichend beheizt. Ich persönlich verlasse mich darauf nicht, zumal ein Koffer auch mal verloren gehen kann. Das Insulin packe ich in einem Frio-Kühlsystem in einen isolierten Kaffeebecher, darin ist es zugleich vor Stößen geschützt, und den Becher in das Handgepäck.

Was ging Ihnen im Zusammenhang mit dem Diabetes unterwegs mal gründlich schief?

In Dubai hielt man mich einmal auf dem Flughafen offenbar für gefährlich und man hat mich kurz weggesperrt. Damals trug ich eine Pumpe mit Katheter und der Sicherheitsbeamte verstand meine Erklärung nicht. Oft ist der Diabetes unterwegs aber auch ein Türöffner, es gab dadurch viele lustige Begegnungen. Den Sensor meines Glukosemessgeräts trage ich beispielsweise sichtbar am Oberarm und ich werde oft darauf angesprochen. Ein Hotelmitarbeiter in Ägypten wollte zum Beispiel wissen, ob das ein Verhütungsmittel ist.

Was empfehlen Sie Diabetikern, die sich an ihre erste Fernreise wagen?

Lassen Sie sich nicht vom Diabetes die Reiselust nehmen. Pumpenträgern empfehle ich, eine Ersatzpumpe dabeizuhaben, die muss man rechtzeitig beim Hersteller bestellen. Nehmen Sie auch Ihre Basalrate mit, um sie gegebenenfalls schnell programmieren zu können. Das Zertifikat vom Arzt ist wichtig für den Transport der Utensilien und auch der Beipackzettel vom Insulin kann nützlich sein. Dann wissen Sie unterwegs genau, welches Präparat Sie im Notfall brauchen. Auch den landesüblichen Namen Ihres Insulins sollten Sie kennen.

Wohin geht Ihre nächste Reise?

Ich freue mich darauf, nach den Corona-Zeiten einen guten Freund in Marseille zu besuchen. Und irgendwann will ich nochmal nach Indien. Ein indischer Freund ist in meinem kürzlich erschienenen Buch „Zucker im Gepäck“ zu sehen und ich habe versprochen, ihm eines Tages ein Belegexemplar persönlich vorbeizubringen.

Die Journalistin Susanne Löw lebt in Hamburg. Mit ihrem Typ-1-Diabetes hat sie schon über 50 Länder bereist. Über ihre Erfahrungen berichtet sie in verschiedenen Zeitungen und auf ihrem Blog „Zucker im Gepäck“. Dazu erschien im Frühjahr 2020 ihr Buch „Zucker im Gepäck – Reisen mit Diabetes“ im Kirchheim Verlag.

Interview: Eva Kröner
Fotos: Anke Bewert



Eine gute Mundhygiene ist für jeden Menschen sinnvoll, für Diabetiker aber ganz besonders: Zahngesundheit und Diabetes hängen eng miteinander zusammen. Dazu ist Parodontitis eine Folgeerkrankung des Diabetes, die Sie durch gründliches Putzen auf Abstand halten können. Wir haben nützliche Tipps für die richtige Zahnpflege.

Bei Diabetes besteht ein erhöhtes Risiko für Parodontitis und Zahnfleischentzündung. Durch stabile Blutzuckerwerte können Sie sich vor Zahnverlust schützen: Diese sorgen für eine gute Durchblutung und halten das Zahnfleisch widerstandsfähig. Je besser Ihr Diabetes eingestellt ist, umso mehr freuen sich auch Ihre Zähne. Genauso wichtig sind natürlich der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt und eine gründliche Mundhygiene. Darauf kommt es dabei an:

  • Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich, immer nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen.
  • Wählen Sie Zahnpasta mit Fluor, das den Zahnschmelz stärkt.
  • Putzen Sie einmal wöchentlich mit einem hochdosierten Fluoridgel aus der Apotheke.
  • Lassen Sie sich in der Zahnarztpraxis die richtige Putztechnik zeigen.
  • Informieren Sie Ihren Zahnarzt über Ihren Diabetes und erinnern Sie gegebenenfalls vor der Behandlung noch einmal daran.
  • Elektrische Zahnbürsten können das Putzen erleichtern, da sie durch ihre Rotation für mehr Gründlichkeit sorgen.
  • Reinigen Sie einmal täglich die Zahnzwischenräume. Dafür eignen sich Zahnseide oder Bürstchen. Wenn es anfangs stark blutet, geben Sie nicht auf: Oft dauert es etwa eine Woche, bis sich das Zahnfleisch an die Zwischenraumreinigung gewöhnt hat.
  • Desinfizierendes Mundwasser unterstützt die Hygiene im Mund. Wählen Sie ein geeignetes Produkt in Absprache mit Ihrem Zahnarzt, da sich nicht jede Lösung für jeden Patienten eignet.
  • Mundduschen sind bei Diabetes nicht geeignet, da ihr harter Strahl Keime und Bakterien in Zahnfleischtaschen einspülen kann.
  • Nutzen Sie nach jeder Mahlzeit ein Zahnpflege-Kaugummi, um Säuren zu neutralisieren.
  • Trinken Sie zwei Liter täglich – so sorgen Sie für genug Speichel, der auch Ihre Zähne schützt.
  • Erneuern Sie alle sechs Wochen Ihre Zahnbürste.
  • Halten Sie den zweimal jährlichen Vorsorgetermin beim Zahnarzt ein. Vereinbaren Sie am besten nach jeder Untersuchung schon die nächste Durchsicht, dann vergessen Sie es nicht. Oder Sie bitten Ihre Zahnarztpraxis, Sie telefonisch an die Kontrolle zu erinnern.
  • Zwei professionelle Zahnreinigungen pro Jahr sorgen nicht nur für ein attraktiveres Aussehen, sie halten Ihre Zähne auch gesund – Löcher können dann viel weniger leicht entstehen.
  • Suchen Sie bei Schmerzen und anderen Zahnproblemen immer gleich Ihren Zahnarzt auf.

 

 

 

Foto: iStock / Wavebreakmedia

Warnhunde können nicht nur Menschen mit Sehbehinderung oder Epilepsie unterstützen, sondern auch bei Diabetes helfen. Wie das funktioniert, erfuhren wir von Luca Barrett. Die Osnabrückerin hat viele Jahre Warnhunde für Diabetiker ausgebildet. Wir sprachen mit ihr über geeignete Rassen und die enge Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Frau Barrett, als Trainerin haben Sie mit über 5000 Hunden gearbeitet. Können Sie aus jedem Hund einen Diabetes-Warnhund machen?

Nein, dafür braucht es zwei Voraussetzungen: Der Hund muss vom Wesen her aggressionslos, freundlich und gelassen sein. Und er muss seine Aufmerksamkeit ganz auf den Diabetiker richten, ohne sich ablenken zu lassen. Das können nur Hunde, die sehr sensibel und auf den Menschen bezogen sind. Diese Fähigkeit ist angeboren, sie lässt sich nicht lernen.

Wie finden Sie heraus, welche Hunde sich eignen?

Wir Trainer sichten Würfe und führen mit den Welpen über 60 verschiedene Tests durch. Auch bei erwachsenen Hunden können wir prüfen, ob eine Ausbildung zum Warnhund möglich ist.

Braucht es dafür eine bestimmte Rasse?

Grundsätzlich können alle Rassen und Mischlinge warnen. Unter Deutschen Schäferhunden, Collies, Australian Shepherds oder Labradoren gibt es mehr Warnhunde als bei anderen. Aber auch da sind längst nicht alle Welpen geeignet. Wir sichten etwa vier bis fünf Labradorwürfe, bis wir einen Warnhund finden. Bei Schäferhunden und Collies sind es etwa drei Würfe.

Wie können Sie einem Hund beibringen, zu warnen?

Gar nicht, ein Warnhund warnt von selbst. Der Mensch muss lernen, die Warnung zu erkennen, das ist die größte Schwierigkeit. Zuerst beobachten wir den Hund und finden heraus, wie er sich verhält, wenn der Blutzuckerwert stark sinkt oder steigt. Das kann sein: Pfote auf den Diabetiker legen, ihn anspringen, anstupsen oder bellen. Der Hund zeigt immer dasselbe Verhalten, aber jeder Hund macht es anders. Und dann wird belohnt: Für jede Warnung gibt es ein besonderes Leckerli oder ein Spiel. So fördern wir das Verhalten des Hundes.

Zu der Arbeit mit Warnhunden kamen Sie nicht zufällig. Sie sind selbst Typ-1-Diabetikerin und leiden unter einer Hypo-Wahrnehmungsstörung.

Ja, mein Diabetes ist sehr instabil. Der Blutzucker kann blitzschnell absinken und ich bemerke nicht, wenn die Unterzuckerung kommt. Dadurch war ich früher im Alltag stark eingeschränkt. Ich musste sogar mein Lehramtsstudium unterbrechen und war auf der Suche nach einer Lösung.

Wie haben Sie die gefunden?

2006 erfuhr mein Mann durch eine amerikanische Fernsehsendung von Diabetes-Warnhunden, das gab es in Deutschland damals noch nicht. So einen Hund wünschte ich mir, kam aber nicht heran. Deshalb beschloss ich, mir selbst einen Warnhund auszubilden. Meinen Finn habe ich aus einer spanischen Tötungsstation geholt und ihn trainiert. Mit ihm war ich in der Lage, wieder ein normales Leben zu führen. Ich konnte angstfrei aus dem Haus gehen und hatte keine Krampfanfälle mehr im Supermarkt. Mein Blutzucker ist nie wieder unter 60 gefallen, weil Finn mich frühzeitig gewarnt hat.

Heute arbeiten Sie beruflich mit Diabetes-Warnhunden. Wie wurde aus dem Projekt ein Job?

Eigentlich wollte ich nur einen Hund für mich selbst anlernen, aber dann sprach es sich herum und es kamen viele Anfragen. So viele, dass ich mein Studium abbrach und mich zur Hundetrainerin ausbilden ließ. Ich gründete das Deutsche Assistenzhunde-Zentrum, das heute Hunde in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz trainiert – an mehreren Standorten und mit über 100 Trainern. Ich selbst bilde mittlerweile nicht mehr aus, beteilige mich aber noch an Studien und bin als Fachautorin tätig.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Warnhund?

Sie beginnt mit neun Wochen, wenn der Welpe beim Diabetiker einzieht, und dauert etwa 18 bis 24 Monate. Dann legen die Hunde eine Prüfung ab.

Und wenn die Prüfung bestanden und der Hund ein Warnhund ist: Wie zuverlässig zeigt er Unterzuckerungen an?

Sehr zuverlässig. Aber es kommt vor, dass Hunde nach sehr anstrengenden Tagen auch mal erschöpft sind. Wenn der Hund bei einer großen Geburtstagsfeier schon drei Hypos angezeigt hat, dann ist er bei der vierten vielleicht einfach zu platt.

Welche Diabetes-Patienten brauchen überhaupt einen Warnhund?

Für Diabetiker mit Hypo-Wahrnehmungsstörung sind Warnhunde eine große Hilfe. Allerdings bieten sich heute auch andere Hilfen: Seit es die tollen Messsysteme mit CGM und FGM gibt, ist kein Diabetiker mehr auf Warnhunde angewiesen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob der Aufwand für einen Hund noch gerechtfertigt ist – gerade bei Kindern mit Diabetes.

Eignen sich Warnhunde etwa nicht für Kinder?

Ich sage nicht, dass man für Kinder nicht ausbilden soll. Aber ein Warnhund ist ein Wesen mit eigenen Bedürfnissen und muss 24 Stunden am Tag beim Diabetiker sein. Oft möchte ein Kind den Hund nicht überall mitschleppen, zu Freunden, zu Übernachtungen, in die Schule. Da ist ein Messgerät mit Alarmfunktion einfacher.

24 Stunden am Tag? Das ist ja auch für Erwachsene eine Herausforderung.

Ja, Warnhunde sind extrem anhänglich. Sie können eine Trennung nicht ertragen, öffnen dann Türen und springen über Tore. Eine Kundin von mir zum Beispiel hatte einen neuen Mann kennengelernt und wollte mit ihm alleine sein – das ging nicht, weil ihr Hund vor dem Schlafzimmer die ganze Zeit gebellt hat. Sowas schränkt das Leben schon mehr ein als eine normale Hundehaltung. Weil man mit dem Warnhund so stark verbunden ist. Das muss auch so sein, denn der Hund hat ja gelernt, immer auf den Menschen zu achten. Er folgt einem auf Schritt und Tritt, man hat keine freie Minute mehr. Dazu muss ich als Halter einfach bereit sein.

Luca Barrett ist Hundetrainerin und hat Typ-1-Diabetes. Ihren eigenen Hund Finn holte sie aus einer spanischen Tötungsstation und bildete ihn zum Diabetes-Warnhund aus. Bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr warnte er Luca Barrett zuverlässig vor Unterzuckerungen. 



 

 

Interview: Eva Kröner

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Rote, juckende Augen, die man ständig reiben möchte – dieses Problem kennen viele Menschen mit Diabetes. Denn Trockenheit am Auge ist ein häufiger Begleiter der Stoffwechselerkrankung. Mit unseren nützlichen Tipps können Sie vorbeugen.

Oft sind es Folgeerkrankungen des Diabetes, die trockene Augen verursachen: Durchblutungsstörungen und Nervenschäden können die Tränendrüsen beeinträchtigen, so dass diese zu wenig Flüssigkeit produzieren. Dadurch trocknen die Augen aus. Sie röten sich und beginnen zu jucken. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch Entzündungen an Lidrand oder Bindehaut auslösen – oder sogar die Hornhaut schädigen. Der Augenarzt ist deshalb Ihr erster Ansprechpartner: Er geht den Ursachen auf den Grund und verordnet die passende Therapie. Zusätzlich können Sie auch selbst etwas tun, um Ihre Augen zu schützen.

1.    Luft befeuchten

Während der Heizperiode sorgt trockene Raumluft für trockene Augen. Lüften Sie regelmäßig, nutzen Sie einen Luftbefeuchter oder stellen Sie Wasserschalen zum Verdunsten auf die Heizung. Auch Spaziergänge im Freien tun Ihren Augen im Winter richtig gut.

2.    Zugluft meiden

Egal, ob kalt oder warm: Richten Sie im Auto das Gebläse nicht auf Ihr Gesicht und halten Sie den Fön vom Auge entfernt. Stellen Sie Klimaanlagen ab, meiden Sie Zugluft und Zigarettenrauch.

3.    Viel trinken

Versorgen Sie Ihren Körper gut mit Flüssigkeit, das hält auch die Augen feucht. Trinken Sie viel Tee und Mineralwasser, mindestens zwei Liter pro Tag.

4.    Pausen am Bildschirm

Wenn die Arbeit am Computer Ihre Augen belastet, machen Sie zwischendurch kurze Pausen. Schließen Sie die Lider für einen Moment. Wenn Sie dabei Ihre Augäpfel ein paar Mal auf und ab bewegen, wird die Hornhaut frisch befeuchtet. Alle zehn Minuten sollten Sie kurz aus dem Fenster sehen und den Blick in die Ferne schweifen lassen.

5.    Entspannende Massage

Eine sanfte Massage der Lidränder kann die Tränenproduktion anregen. Fragen Sie Ihren Augenarzt, wie Sie dabei am besten vorgehen. Zuhause entspannt es die Lider, wenn Sie ein warmes, feuchtes Tuch für zehn Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

6.    Sonnenschutz

Tragen Sie im Sommer draußen eine gute Sonnenbrille und halten Sie sich vorwiegend im Schatten auf.

7.    Brille bevorzugen

Kontaktlinsen können trockene Augen zusätzlich reizen. Tragen Sie deshalb lieber eine Brille oder beschränken Sie die Linsenzeit auf wenige Stunden am Tag.

8.    Hilfe aus der Apotheke

In der Apotheke gibt es rezeptfreie Cremes, Gel und Tropfen, die die Augen befeuchten. Diese Tränenersatzmittel versorgen das Auge mit einem Schutzfilm und lindern die Beschwerden. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt ab, ob sich diese Medikamente für Sie eignen.  

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, wenden Sie sich an unser Team. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

 

 

Bildnachweis: shutterstock / Irina BG

Passend zur Spargelzeit hat unsere Ernährungsberaterin Kaori Loza ein Rezept für Sie zusammengestellt.

Tomaten-Spargel-Salat mit Basilikum und Petersilie

Zutaten für 2 Personen (373 kcal / 1,5 KE pro Portion):
250 g weißer Spargel
250 g Tomaten
1 Bund Basilikum
1 EL Petersilie
3 EL Olivenöl
2 EL Weißweinessig
80 g Parmesankäse
Salz + Pfeffer

Den Spargel putzen, schälen und in mundgerechte Stuücke schneiden. Dann in heißem Wasser etwa zehn Minuten al dente kochen. Abgießen und abkühlen lassen. Die Tomaten waschen, trocknen und kleinschneiden. Basilikumblätter und Petersilie waschen und fein hacken, den Parmesankäse reiben.

Jetzt den Spargel und die Tomaten mit Olivenöl und Essig vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Vor dem Servieren den Salat mit Kräutern und Parmesan bestreuen.

Wir wünschen guten Appetit!

 

 

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Sport, Gartenbau und zwei frühlingsfrische Kräuter-Rezepte: Freuen Sie sich auf unser vielseitiges Patientenmagazin. Ab sofort liegt die neue Ausgabe für Sie bereit – natürlich wie immer kostenlos.

Diesmal dreht sich alles um das Thema Sport und Bewegung:

• Wie gelingt der Wiedereinstieg nach langer Pause?
• Was hilft der Motivation?
• Welche sanften Sportarten eignen sich auch für das höhere Lebensalter?

Unser Titelthema liefert Ihnen dazu praktische Informationen.

Außerdem stellen wir Ihnen Diabetesgärten vor, mit Heilpflanzen, die genau auf die Bedürfnisse von Typ-2-Diabetikern abgestimmt sind.

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

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