Medikamentöse Therapie des Diabetes

Medikamentöse Therapie bei Diabetes mellitus

Wann und wie Insulin oder Antidiabetika eingesetzt werden sollten

Bevor wir uns die medikamentöse Therapie bei Diabetes mellitus näher betrachten, ist ein wichtiger Punkt zu erwähnen: Eine Diabetes-Therapie muss grundsätzlich immer an die persönliche Situation des Patienten angepasst sein.

Denn welche Medikamente eingesetzt werden (und ob überhaupt), ist nicht allein abhängig von der Diabetes-Form, sondern ganz entscheidend auch von Faktoren wie dem Lebensalter, der körperlichen Verfassung, von den Therapiezielen und davon, ob bereits Folgeerkrankungen des Diabetes vorliegen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen in aller Kürze vorstellen, welche Wirkstoffe in der medikamentösen Therapie des Typ-1-Diabetes (v.a. Insulin-Therapie) und in der Therapie des Typ-2-Diabetes (v.a. orale Antidiabetika) eingesetzt werden.

Wichtig zu wissen: In der Therapie des Schwangerschaftsdiabetes ist abgesehen von Insulin die Gabe von Antidiabetika nicht zulässig.

Typ-1-Diabetes

Bei der Behandlung des Typ-1-Diabetes spricht man von der Insulin-Pflicht, weil dem Körper das fehlende Insulin von außen zugeführt werden muss (per Injektion durch Spritze, Pen oder Pumpe). Dies geschieht immer im Rahmen einer individuell ausgerichteten Insulin-Therapie, bei der unterschiedliche Insulinpräparate zum Einsatz kommen können.

Schwangerschaftsdiabetes

Während der Schwangerschaft darf ein Diabetes aus Rücksicht auf das Ungeborene ausschließlich mit Insulin behandelt werden.

Nach der Geburt normalisiert sich der Insulinhaushalt der Mutter in der Regel wieder. Es verbleibt jedoch allgemein eine höhere Gefahr, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Typ-2-Diabetes

Wenn nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen wie eine Ernährungsumstellung und ein Bewegungsprogramm den entgleisten Blutzuckerspiegel nicht ausreichend stabilisieren können, kommen in der Therapie des Typ-2-Diabetes hauptsächlich sogenannte orale Antidiabetika zum Einsatz.

Diese Medikamente haben je nach Substanzgruppe unterschiedliche Wirkungsweisen, wie Sie an folgenden Beispielen sehen können:

  • Alpha-Glucosidasehemmer

    Alpha-Glucosidasehemmer bewirken eine verzögerte Aufnahme von Kohlenhydraten aus dem Darm ins Blut, so dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen weniger stark ansteigt.

  • Sulfonylharnstoffe

    Sulfonylharnstoffe erhöhen die Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut, so dass der Blutzuckerspiegel z.B. nach der Nahrungsaufnahme schneller wieder sinkt.

  • Metformin

    Dieser Arzneistoff aus der Gruppe der Biguanide hemmt die Glukose-Bildung in der Leber – ein Prozess, der neben der nahrungsbedingten Zuckerzufuhr entscheidend ist für das Niveau des Blutzuckerspiegels.

  • Gliptine

    Glitpine senken glukoseabhängig den Blutzucker. Dadurch wird die Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) vermieden. Außerdem führen Gliptine nicht zu einer Gewichtszunahme.

  • SGLT2-Inhibitoren

    Über SGLT2-Inhibitoren wird der Blutzucker gesenkt, da Zucker (Glukose) vermehrt über die Nieren ausgeschieden wird. Dadurch sinkt auch das Körpergewicht. Beim Einsatz von SGLT2-Inhibitoren besteht keine Unterzuckerungsgefahr (Hypoglykämie).